Profil
Dennis Fast
Lebenslauf
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Ausbildung
1993 – 2002 Mittlere Schule Nr. 1, Kuschwa, Russland
2002 – 2003 Leistikow Oberschule, Berlin (Hauptschulabschluss)
2003 – 2006 Friedensburg Oberschule, Berlin (Abitur, abgebrochen)
2008 – 2011: OSZ Lise-Meitner-Schule, Berlin (Ausbilung + Fachabitur)
2013 – 2016: Beuth Hochschule für Technik, Berlin (Bachelor)
2016 – 2018: Beuth Hochschule für Technik, Berlin (Master)
2021 – 2023: Berliner Hochschule für Technik, Berlin (Master)
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Qualifikationen:
Schulische Ausbildung: Fachabi und staatlich geprüfter Physikalisch Technischer Assistent (OSZ Lise-Meitner-Schule, Berlin)
Studium:
Technische Mathematik, Bachelor of Science (Beuth Hochschule für Technik, Berlin)
Computational Engineering, Master of Science (Beuth Hochschule für Technik, Berlin)
Data Science, Master of Science (Berliner Hochschule für Technik, Berlin)
Sprachen: Russisch (Muttersprache), Deutsch, Englisch
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Berufliche Stationen
2011 – 2013: Fertigungsmitarbeiter (Berliner Glas, Berlin)
2015 – 2018: Studentischer Mitarbeiter in den Forschungsgruppen „Computitional Acoustics“ und „Geometrisches Modellieren“ (Beuth Hochschule, Berlin)
2018 – 2021: Berechnungsingenieur / Forscher in der technischen Akustik (IKOS Consulting / Bombardier, Berlin)
2022 – 2023: Studentischer Mitarbeiter in der Forschungsgruppe DATEXIS (Berliner Hochschule für Technik, Berlin)
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Derzeitiger Job
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und PhD Student
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Arbeitgeber*in:
DATEXIS, Berliner Hochschule für Technik
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Was mache ich in der Wissenschaft am liebsten: Am liebsten mache ich Forschung, wenn ich etwas Neues verstehen will und dafür selbst eine Methode bauen muss. Ich mag dieses Gefühl, wenn ich nach vielen Fehlversuchen plötzlich ein "Aha-Moment" habe! Und ich freue mich immer, wenn ich die Arbeit am Ende so erklären kann, dass andere sie verstehen, prüfen und nachmachen können.
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Über mich: Mein Name ist Dennis, ich bin 39 Jahre alt und ich lebe seit vielen Jahren in Berlin. Seit 2,5 Jahren promoviere ich im Bereich der KI mit dem Schwerpunkt der Textverarbeitung in der Medizin. Das bedeutet: Ich forsche daran, dass Computer medizinische Texte besser verstehen können und daraus nützliche Schlüsse ziehen können, um die Mediziner*innen in ihrer Arbeit zu unterstützen.
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Ich bin in Russland geboren und mit 16 Jahren nach Deutschland gezogen. Der Start war sprachlich eine Herausforderung, deshalb habe ich mein Abitur nicht auf dem direkten Weg geschafft. Stattdessen bin ich über eine schulische Ausbildung und Praxiserfahrung zum Studium gekommen. Und genau dieser Umweg hat mich sehr geprägt. Ich bereue ihn keine Sekunde!
Ich lebe zusammen mit meiner Frau Elena, unserem jüngsten Sohn Luca (12), zwei Hunden (Phoebe und Bonja) und zwei Wellensittichen (Batman und Robin) in Berlin.
Abseits der Arbeit hilft mir alles, was den Kopf frei macht: Sport, Musik, Theater, lange Spaziergänge und gute Gespräche.
Als Ausgleich zur Forschung begleite ich außerdem eine Playback-Theater-Gruppe musikalisch (meistens eine Gitarre). Ich mag daran besonders das Improvisieren und dass die Musik die Schauspieler*innen unterstützt, die Geschichten der Zuschauer*innen auf der Bühne noch besser zu spiegeln.
Vorletzten Sommer sind wir zur Trolltunga (Trollzunge) in Norwegen gewandert. Das waren die härtesten sechs Stunden meines Lebens, aber auch ein unvergessliches Erlebnis!
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Meine Pronomen sind:
er/ihm
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Über meine Arbeit: Ich forsche an text-basierten KI-Methoden für die Medizin, damit Modelle verlässlich, nachvollziehbar und sicher genutzt werden können, statt nur überzeugend zu klingen.
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In der Medizin gibt es viele Texte, zum Beispiel Arztbriefe, Befunde oder Entlassungsberichte. Diese Texte sind oft lang, unübersichtlich und voller Abkürzungen. Ich entwickle KI-Systeme, die solche Texte lesen, wichtige Informationen finden, zusammenfassen und geben ihre Vermutung ab, welche Diagnose am wahrscheinlichsten ist und was als nächstes gemacht werden sollte. Mich interessiert besonders, wie die KI Schritt für Schritt zu ihrer Antwort kommt, und wie man diese Schritte so zeigt, dass Menschen das gut nachvollziehen und prüfen können.
Dabei forsche ich nie allein. Ich arbeite viel mit Ärzt*innen und medizinischen Expert*innen zusammen. Sie helfen mir, echte Fragen aus dem Klinikalltag zu verstehen und festzulegen, was eine gute KI-Antwort wäre. Außerdem arbeite ich mit Informatiker*innen und Data-Science-Teams zusammen, um neue Modelle zu bauen, zu testen und mit anderen Lösungen zu vergleichen. Es geht also darum, verschiedene Sichtweisen zusammenzubringen: medizinisches Wissen, gute Daten und sichere Technik.
Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist der Austausch in meiner Forschungsgruppe. Ich bespreche Ideen und erste Ergebnisse mit meinem Team und meinem Betreuer und bekomme Rückmeldungen. Aus Experimenten und Gesprächen entstehen fast immer neue Fragen: Was hat funktioniert, was nicht und warum? Dieses Nachdenken und Weiterentwickeln gehört für mich genauso dazu wie Programmieren und Testen.
Wenn wir genug experemntiert haben, schreiben wir unsere Ergebnisse als wissenschaftlichen Artikel auf und schicken ihn an eine Konferenz. Wenn der Artikel angenommen wird, fahren wir dorthin, stellen unsere Ergebnisse vor und sprechen mit anderen Forschenden darüber.
Ich erkläre meine Arbeit auch außerhalb von Konferenzen, zum Beispiel in Vorlesungen, Workshops oder kurzen Vorträgen. Ich mag es, schwierige Themen so zu erklären, dass man sie gut verstehen und auch kritisch hinterfragen kann.
Wissenschaft lebt außerdem von Rückmeldungen von außen: Manchmal lese ich noch nicht veröffentlichte Arbeiten anderer Forschender und gebe Feedback. So werden Methoden und Ergebnisse besser, bevor sie veröffentlicht werden.
Ein großer Teil meiner Arbeit ist „unsichtbar“, aber sehr wichtig: Ich bereite Daten und Code so vor, dass Experimente zuverlässig laufen und andere die Ergebnisse später nachmachen und überprüfen können. Gerade bei KI macht das oft den Unterschied.
Einmal im Jahr fahren wir als Gruppe zu einer Summer School. Dort treffen wir viele andere Promovierende, tauschen uns aus, bekommen neue Ideen und knüpfen Kontakte.
Damit ich bei der schnellen Entwicklung der KI auf dem Laufenden bleibe, lese ich regelmäßig neue wissenschaftliche Artikel. Außerdem höre ich Podcasts mit Expert*innen und schaue Vorträge oder Videos, um zu verstehen, was gerade neu und wichtig ist.
An der Forschung mag ich, dass sie ein bisschen wie Detektivarbeit ist: Ich starte mit einem Problem, denke mir eine Lösung aus, teste sie, stoße auf Überraschungen oder Fehler und am Ende verstehe ich die Sache besser und habe ein Ergebnis, auf dem andere aufbauen können.
Ich mag an der KI-Forschung außerdem, dass viele Ideen übertragbar sind. Eine KI-Lösung, die in der Medizin gut funktioniert, kann oft auch in anderen Bereichen helfen, zum Beispiel in Finanzen, im Recht oder in der Physik.
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So sieht ein typischer Tag von mir aus: In meiner täglichen Arbeit programmiere ich viel, plane und durchführe Experimente und baue kleine Prototypen, mit denen ich meine Ideen und Lösungen besser erklären kann.
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Wenn ich das Preisgeld von 500 € gewinnen würde, dann würde ich damit folgendes Projekt in der Wissenschaftskommunikation umsetzen oder unterstützen: Wenn ich die 500 € gewinnen würde, würde ich damit einen interaktiven Workshop für Schüler*innen umsetzen, in dem wir anhand echter Beispiele testen, wann KI-Antworten verlässlich sind: wie man gute Fragen stellt, Quellen prüft und „überzeugend klingende“ von begründeten Antworten unterscheidet.
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Mein Interview
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Wie würdest du dich in drei Sätzen oder in drei Worten beschreiben?
Neugierig, strukturiert, pragmatisch.
Was oder wer hat dich dazu inspiriert deinen Beruf oder dein Forschungsthema zu wählen?
Mich hat meine Neugier auf Sprache und KI inspiriert: Wie können Maschinen Text wirklich „verstehen“?
Wer ist dein*e Lieblingswissenschaftler*in?
Als Lieblingswissenschaftler würde ich Claude Shannon nennen, weil er mit der Informationstheorie viele Grundlagen gelegt hat, auf denen heute digitale Kommunikation und auch Teile moderner KI aufbauen.
Was wolltest du nach der Schule werden?
Ich wollte nach der Schule etwas machen, bei dem ich viel tüfteln und Dinge bauen kann, am ehesten in Richtung Informatik/Technik. Mir hat schon damals gefallen, Probleme zu lösen, Systeme zu verstehen und am Ende ein Ergebnis zu haben, das wirklich funktioniert.
Bist du während deiner Schulzeit jemals in Schwierigkeiten geraten?
Manchmal, aber eher auf die harmlose Art: zu viel geredet, im Unterricht abgelenkt oder Regeln kreativ ausgelegt.
Wenn du deinen jetztigen Job nicht machen würdest, was würdest du stattdessen machen?
Wenn ich meinen jetzigen Job nicht machen würde, könnte ich mir gut vorstellen, als Systemingenieur in der Industrie zu arbeiten, also komplexe Systeme zu entwickeln. Ich hatte das sogar konkret im Blick: Ich wollte einmal als Systemingenieur bei VW arbeiten, wurde damals aber nicht genommen. Im Nachhinein war das auch ein Anstoß, meinen Weg stärker in Richtung Forschung und KI weiterzugehen.
Wer ist dein*e Liebelingssänger*in oder Band?
Ich habe nicht die eine Lieblingsband, das wechselt je nach Stimmung. Meist höre ich eine Mischung aus ruhiger Musik zum Konzentrieren und energiegeladener Musik zum Abschalten oder Sport.
Was ist dein Lieblingsessen?
Ich mag am liebsten Essen, das unkompliziert ist, aber richtig gut schmeckt: eine gute Pasta oder gegrilltes Gemüse überbacken mit Feta.
Was macht dir am meisten Spaß?
Am meisten Spaß macht mir, wenn ich eine gute Frage habe und dann Schritt für Schritt herausfinde, wie man sie beantwortet. Außerdem mag ich es, Ergebnisse zu erklären und mit anderen darüber zu diskutieren, zum Beispiel in Vorträgen oder im Team.
Wenn du 3 Wünsche hättest, welche wären das? Sei ehrlich!
1. Gesundheit und ein langes, gutes Leben für meine Familie und die Menschen, die mir wichtig sind; 2. Genug Ruhe und Zeit, um Forschung ohne Dauerstress zu machen, mit Fokus statt Hektik; 3. Dass wir als Gesellschaft besser lernen, mit Informationen umzugehen: kritisch denken, prüfen, diskutieren, statt nur zu konsumieren.
Erzähl uns einen Witz!
Warum ging der Computer zum Arzt?..... Er hatte einen Virus!
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