• Frage: Ist KI wirklich so revolutionär wie sie scheint? Durch Zirkularität des Geld täuschen KI Unternehmen Wachstum vor. Zwar sind diese Investitionen basierend auf der Vorstellung die erste AGI zu erstellen. Denken sie die Bubble wird diese Ziel ereichen oder wird es wie das nächste Dot-Com-Event?

    Frage gestellt gets35seg am 18 Feb 2026.
    • Foto: Heinke Hihn

      Heinke Hihn Beantwortet am 18 Feb 2026:


      Sie ist wirklich revolutionär, aber wie bei jeder Bubble gibt es Probleme. Das ist erstmal ein Problem des Kapitalismus als Wirtschaftssystem und nicht unbedingt nur durch den KI-Hype versucht – aber auf jeden Fall dadurch verstärkt. Die Unternehmen konkurrieren stark und alle versuchen, an Geld zu kommen. Ich glaube, die Bubble wird bald platzen und es hat auch schon angefangen.

      Alle Trends kommen irgendwann mal in die Korrektur und so wird es auch der KI gehen. Man sieht schon, dass viele Unternehmen ihre Prognosen anpassen und vorsichtiger werden, was den Einsatz von KI angeht.

      Ganz so dramatisch wie die Dot-Com-Blase wird es aber nicht, denke ich. Eine Korrektur wird es aber auf jeden Fall geben.

    • Foto: Tim Menzner

      Tim Menzner Beantwortet am 18 Feb 2026:


      Die Möglichkeit einer Blase ist natürlich nicht von der Hand zu weisen, da KI bislang trotz hoher Investitionen die versprochene Wertschöpfung für die meisten Unternehmen noch nicht liefern kann. Wie du in deiner Frage schon andeutest, wird deswegen gerne AGI, für Mitlesende, die mit der Abkürzung nicht vertraut sind: Artificial General Intelligence, eine KI, die in der Lage wäre, so ziemlich alle intellektuellen Aufgaben, die ein Mensch kann, ebenfalls auszuführen, den Investoren als Karotte vor die Nase gehalten, mit teils absurd niedrigen Zeitprognosen. Elon Musk war ja beispielsweise 2024 noch davon überzeugt, dass wir 2025 bereits AGI haben würden, eine Prognose, die er Ende 2025 dann auf dieses Jahr verschoben hat.

      Neulich wurde ein neuer Benchmark veröffentlicht, den man für AGI heranziehen könnte: der „Remote Labor Index“, bei dem gemessen wurde, wie gut KI-Agenten Aufgaben auf einer Freelancer-Plattform im Vergleich zu menschlichen Arbeitern und Arbeiterinnen erledigen. Das bislang beste Modell, Opus 4.5, ist laut diesem Index gerade einmal in der Lage, 3,75 % aller Aufgaben autonom auf menschlichem Niveau zu erfüllen. Es wäre also nicht überraschend, wenn Mr. Musk seine Prognose Ende 2026 ein weiteres Mal verschieben muss.

      Die großen Fragen werden sein: a) ob bereits vor AGI deutlich messbare Gewinnsteigerungen durch KI sichtbar werden, und b) falls nicht, wie geduldig Investoren sein werden. Der KI-Hype unterscheidet sich aber von der Dot-Com-Blase zum Beispiel dadurch, dass die großen KI-Akteure an der Börse, wie Google, Meta und Microsoft, ja auch unabhängig von KI bereits profitabel sind und ein solides Kerngeschäft haben. Während der Dot-Com-Blase entfiel ein großer Teil der Aktienbewertung auf Unternehmen, die im Prinzip außer einer Website nichts hatten. Neben den privaten Investoren gibt es übrigens auch staatliche Akteure, die ein Interesse daran haben, dass ihr Land bei dem Thema nicht den Anschluss verliert und entsprechend weitere Investitionen anfeuern können.

      Der Wirtschaftshistoriker Adam Tooze vergleicht in seinem aktuellen Leitartikel im Surplus Magazin (eine lesenswerte Ausgabe, wenn du dich für das Thema KI und Wirtschaft interessierst) das aktuelle Ausmaß mit dem Fracking-Hype in den USA der 2010er. Also: Da steckt schon eine Menge Geld drin, aber es hat noch nicht ganz das Ausmaß des Dot-Com-Hypes erreicht.

      Wie immer gilt: Nichts ist so schwer vorherzusagen wie die Zukunft, und hinterher sind wir alle schlauer.

    • Foto: Jens-Bastian Eppler

      Jens-Bastian Eppler Beantwortet am 18 Feb 2026:


      Naja. Was man heute mit KI mache kann, davon konnten Menschen vor 100 Jahren nicht einmal träumen.

      Der Hype um LLMs ist allerdings eine große Blase. Wenn eswirklich einen großen Nutzen gäbe, mit dem man viel Geldverdienen könnte, meint ihr nicht, die Unternehmen würden das schon lange machen? Z.B. das neue GTA programmieren. Oder Hollywood Blockbuster schreiben. Dann müssten sie nicht alle zwei Wochen versrechen, dass ihr nächstes Modell ganz sicher AGI ist undalle Problem lösen wird…

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