• Frage: Sollte man, bevor man mit KI umgeht, ausreichend Lebenserfahrung haben? Sollten Kinder schon mit LLM umgehen? Benutzen wir die KI oder die KI uns? Stellt es ein Problem für die Demokratie dar, wenn sehr sehr reiche Personen die Macht über die Algorithmen haben? Bietet die KI die Möglichkeit einer nie da gewesenen Kontrolle über die Menschen? Wie verträgt sich das mit der Freiheit des Individuums?

    Frage gestellt jazz35sea am 23 Feb 2026.
    • Foto: Thomas Hoppe

      Thomas Hoppe Beantwortet am 23 Feb 2026:


      Zur 1. und 2. Frage: Zumindestens sollte man ein Grundverständnsi haben, wie KI-Systeme zu ihren Ergebnissen kommen. Beispielsweise sind Transformer oder Large Language Modelle lediglich „wahrscheinlichkeitsbasierte Wortvorhersage-Maschinen“.

      3. Frage: Noch benutzen wir die KI-Systeme, es gibt aber schon erste Hinweise, dass sie auch auf die Idee kommen können uns zu benutzen.

      4. Frage: Ja, weil sie sich nicht mehr mit dem Rest der Bevölkerung verbunden fühlen, ihr Geld es ihnen erlaubt auch Dinge zu tun die nicht rechtens sind und sie mit ihren Systemen Menschen manipulieren können.

      5. und 6. Frage: Das ist eine interessante Fragen. Totalitäre Regime haben das probiert, sind aber im Endeffekt daran gescheitert, dass es Lebensbereiche gab/gibt die dem Regime nicht zugänglich waren/sind und an der Datenflut gescheitert (selbst die Kontroleure müssen ja auch noch kontrolliert werden). Momentan ist es so, dass vieles von unserem Leben den KI-Systemen noch nicht zugänglich ist. Wenn aber auch die Haushalte, Büros, Straßen, Parks, Wälder, Felder, Strände und Meere alle komplett überwacht würden und es Null Privatsphäre mehr gebe dann ja. Solange es aber noch solche Räume gibt, wird eine totale Kontroelle wohl kaum möglich sein.

    • Foto: Aya Ghoul

      Aya Ghoul Beantwortet am 23 Feb 2026:


      Das sind echt wichtige Fragen, und man muss dafür nicht „alt genug“ sein, sondern eher klug genug, kritisch zu denken: KI ist erstmal nur ein Werkzeug, und Kinder können sie ruhig benutzen aber sie sollten verstehen, dass KI überzeugend klingen kann und trotzdem falsch liegt. Gefährlich wird es nicht durch das Tool selbst, sondern wenn wir aufhören, selbst zu denken oder nicht merken, wie Algorithmen unsere Aufmerksamkeit lenken. Dann stellt sich tatsächlich die Machtfrage: Wenn sehr wenige, sehr reiche Personen kontrollieren, welche Inhalte wir sehen, beeinflusst das auch Meinungen und damit Demokratie. KI kann theoretisch eine nie dagewesene Form von Analyse und Kontrolle ermöglichen aber sie garantiert sie nicht automatisch. Am Ende hängt alles davon ab, wie transparent die Systeme sind, welche Regeln es gibt und wie bewusst wir als Individuen damit umgehen. Freiheit verschwindet nicht einfach durch KI sie wird kleiner, wenn wir unkritisch werden.

    • Foto: Matthias Ballod

      Matthias Ballod Beantwortet am 23 Feb 2026:


      Das sind ganz schön viele Fragen auf einmal 🙂
      1.) Nein, die Benutzung ovn LLMs sind zunächst mal keine Frage des Alters. Aber: Egal, ob alt ob jung, wichtig ist der Einsatz von menschlicher Intelligenz beim Bewerten der Antwort. D.h.: Es ist wichtig, entscheiden zu können (anhand von Prüfkritieren oder Plausibilitäten), ob das, was die KI auf eine Frage ‚generiert‘ stimmen kann. Auch die Grenzen der KI und Fragen, die man ihr nicht stellen kann / sollte, sind m.E. mit Kindern, Jugendlichen, aber eben auch Erwachensen zu thematisieren. Wenn man aber keine Erfahrungen sammelt, kann man auch nicht kompetent werden.
      2.) Dieses Wechselspiel von Nutzen ist typisch für die moderne (digitale) Kommunikation. Wichtig zu wissen ist, dass die Internet-, KI-, Tech-Konzerne viele Dienste uns vermeintlich kostenfrei zur Verfügung stellen, obwohl der Dienst natürlich Kosten verursacht. D.h. Die Unternehmen machen dies nicht aus gemeinnützlichem Interesse oder Menschenfreundlichkeit, sondern aus Kalkül. Entweder man braucht a.) Bezahl-Versionen um das Potenzial auszunutzen, b.) es wird Werbung geschaltet, wie es nun OpenAI in den USA ausprobiert oder aber wir ‚bezahlen‘ mit unseren Daten, meist in Form unseres Nutzungsverhaltens. Da wird viel Geld umgesetzt.
      3.) Ich würde sagen, definitiv ja! In der Anfangszeit des Internets wurde viel von ‚Anarchie‘ und ‚Partizipation‘ gesprochen, weil jeder, alles zu jedem sagen kann. Wie sich aber gezeigt hat, wird dem viel zu wenig Einhalt geboten: Netikette, FakeNews, Desinformation, Schwurbeln, aber auch offene Formen von Stimmungsmache, die unter der Flagge von ‚Meinungsfreiheit‘ segeln. Hier müssten die Unternehmen viel stärker in die Pflicht genommen werden, solche offenkundigen ‚Extremismen‘ einzuschränken / zu sperren. Bislang wird dies aber nutr sehr halbherzig getan und die Unternehmen haben sehr großes Interesse, dass viele Menschen sehr lange die Dienste nutzen (s. Antwort 2.) und die Algorithmen befördern Extrempositionen, da viel Aufregungspotenzial (Emotionalität).
      4.) Noch einmal: Definitiv ja! Freiheit des Einzelnen, Kontrolle des Einzelnen und Demokratie in einer Gruppe stehen extrem ‚unter Druck‘. Wie oben ausgeführt, müssen KI-Anbieter stärker reguliert und die Verantwortung für die unmittelbaren Auswirkungen der KI-Anwendungen in die Pflicht genommen werden: Ökonomisch, ökoloigsch, ethisch, gesellschaftlich. Das ist überfällig!

    • Foto: Tim Menzner

      Tim Menzner Beantwortet am 23 Feb 2026:


      → Jein. Ich denke, man sollte gewisse Fähigkeiten schon selbst entwickeln, bevor man sie an eine KI auslagert. So wie man erst rechnen lernen sollte, bevor man mit Taschenrechnern anfängt, sollte man zum Beispiel selbst gelernt haben, Texte zu schreiben. Im Prinzip sehe ich aber kein Problem darin, wenn Kinder erste Erfahrungen mit LLMs sammeln. Die Dinger können super Werkzeuge sein, um viele Fragen beantwortet zu bekommen und sich viele neue Dinge über die Welt erklären zu lassen! Allerdings ist gerade bei Kindern Datenschutz noch mal ein viel sensibleres Thema. Eltern oder Schulen sollten Kindern auch beibringen, was diese Systeme können – und was nicht.

      → In gewisser Weise beides. Zumindest, wenn wir KI auf den großen Plattformen nutzen: Dann liefern wir den Konzernen in der Regel auch Daten, mit denen das nächste Modell trainiert wird.

      → Ja, sehr sogar. Wenn immer mehr Leute sich mithilfe von KI informieren und Dinge erklären lassen, ist es gefährlich, wenn einzelne, mächtige Akteure entscheiden, was die Leute zu hören bekommen. Elon Musk pfuscht ja jetzt schon viel an seiner Grok-KI herum, damit sie mehr Dinge sagt, die zu seinem persönlichen Weltbild passen. Deshalb bin ich ein Freund von Open Source – also Modellen, die frei verfügbar sind, im besten Fall noch mit Informationen, mit welchen Daten und wie genau sie trainiert wurden.

      → KI bietet leider auch großes Potenzial, Menschen zu überwachen, in Schubladen zu stecken und zu kontrollieren. Diese Dinge werden uns oft als „zu unserer Sicherheit“ verkauft, und das ist ja nicht mal ganz falsch. Nur ist Sicherheit ein sehr dehnbarer Begriff: Auch die meisten Diktaturen begründen ihren Unterdrückungsapparat in der Regel mit „Sicherheit“. Stell dir zum Beispiel ein System vor, das mithilfe von GesichtserkennungskI und einem Netz aus Überwachungskameras jederzeit verfolgt, wo sich jeder gerade aufhält. Ist das wirklich eine Macht, die wir einem Staat oder einem privaten Unternehmen (an die viele Staaten Überwachung ja gerade outsourcen), geben wollen? Letztendlich liegt es an uns, ob wir Politiker und Parteien wählen, die uns mehr Sicherheit versprechen, wenn wir nur den Sicherheitsbehörden weitere Befugnisse geben, oder ob uns im Zweifel Bürgerrechte manchmal doch wichtiger sind.

    • Foto: Anne Reinhardt

      Anne Reinhardt Beantwortet am 23 Feb 2026:


      Ich mag, wie neugierig du bist 🙂

      1) Muss man erst „Lebenserfahrung” haben, bevor man KI nutzt?
      Lebenserfahrung trifft es vielleicht nicht ganz, sondern vielmehr brauchen wir Medienkompetenz. Generative KI spuckt dir schnell Antworten auf alle deine Fragen aus, aber du musst selbst einschätzen können: Stimmen diese Antworten auch? Wenn du schon gelernt hast, Informationen zu prüfen (zum Beispiel Quellen gegenchecken, alternative Google-Suchen durchführen), nutzt du KI viel sicherer.

      2) Sollten Kinder schon mit LLMs umgehen?
      Jein. Wir sollten und müssen nicht für alles und jeden KI nutzen. Gleichzeitig ist es aber ganz wichtig (und das wird innerhalb Europas auch schon diskutiert), in frühen Jahren KI-Kompetenz zu fördern. Das heißt, Kindern und Jugendlichen beibringen: Wofür kann ich KI sinnvoll einsetzen, wofür nicht? Wie schreibe ich einen guten Prompt (also eine gute Frage)? Wie kann ich eigentlich überprüfen, ob die Infos stimmen? Und wie zum Geier kommt die KI eigentlich zu ihrer Antwort?

      3) Benutzen wir KI – oder benutzt KI uns?
      Bei Chatbots: du benutzt sie (sie hat keine eigenen Wünsche oder Verhaltensabsichten). Bei Social Media/Feeds: Da “benutzt” dich eher manchmal das Geschäftsmodell: Die dahinterliegenden Algorithmen schauen quasi, was dir gefällt und wo du schnell weiterscrollst, und geben dir dann vor allem Inhalte, die du magst (weil Aufmerksamkeit = Geld). Trick dagegen: Ziel setzen (ich mach jetzt 15 Min Insta, dann schließe ich die App), Autoplay aus (zB auf YouTube), Pausen einbauen.

      4) Ist das ein Problem für die Demokratie, wenn sehr Reiche Algorithmen kontrollieren?
      Kann es sein, ja: Wer bestimmt, was viele Menschen sehen, hat Einfluss auf die Meinungen und Stimmungen in einem Land, und auch darüber, worüber wir gerade diskutieren. Darum gibt’s zumindest theoretisch Regeln wie den Digital Services Act (DSA): sehr große Plattformen müssen Risiken für Wahlen und öffentliche Diskussion prüfen und Gegenmaßnahmen ergreifen. In der Realität ist es aber durchaus so, dass v.a. amerikanische Großkonzerne wie Meta sehr viel algorithmische Macht weltweit ausüben.

      5) Ermöglicht KI “nie dagewesene Kontrolle” über Menschen?
      Hm, das ist nicht so leicht zu beantworten. Wenn man in die KI sehr unachtsam seine Daten reingibt, dann lernt das Modell – und auch das dahinterliegende Unternehmen – natürlich sehr viel über dich. Das kann manchmal auch angenehm sein, weil du zum Beispiel genau die Themen oder Produkte vorgeschlagen bekommst, die dich interessieren. Auf der anderen Seite kann das aber auch tückisch sein, weil wir a) nicht wissen, was alles über uns gespeichert wird und b) wir bestimmte Themen gar nicht zu Gesicht bekommen, weil sie zB nicht zu unserem typischen Nutzungsverhalten auf Insta passen – und das schadet der Meinungsvielfalt.

      6) Und wie passt das zur Freiheit des Individuums?
      KI erlaubt uns eigentlich sehr viel Freiheit, weil wir quasi Zugang zu unendlich vielen Informationen haben, die passgenau auf unsere Fragen zugeschnitten werden (mal sind die Infos besser, mal schlechter). Wir können diese Freiheit vor allem durch zwei Punkte ausleben: Erstens durch gute Skills (kritisch denken, Quellen checken, Datenschutz ernst nehmen, Prompting-Kompetenz aufbauen, nicht alles glauben, was gut klingt 😉) Und zweitens natürlich durch gute Regeln und Gesetze (z. B. wie transparent sollte eine KI eigentlich sein?) –> hier gibt’s in Europa bereits viel Bewegung.

    • Foto: Jens-Bastian Eppler

      Jens-Bastian Eppler Beantwortet am 23 Feb 2026:


      1. Ja, aber die kann man recht jung erwerben. Alte Menschen haben doch noch viel mehr Probleme damit als junge…

      2. Warum nicht? Aber alle Menschen sollten im Umgang mit KI geschult werden.

      3. Wir benutzen die KI. Wie sollte es andersrum sein? Die KI handelt ja nicht. Sieist ein Werkzeug. Wir sollten aber dennoch aufpassen, wie wir sie benutzen. Es gibt gute und schlechte Anwendungsmöglichkeiten.

      4. Ja. Generell ist es ein Problem fürdie Demokratie, wenn einzelne Menschen sehr viel Macht haben, sei es durch Algorithmen, KI, aber auch z.B. wenn sie Zeitungen besitzen oder Monopole auf Lebsnmittel oder ähnliches. Das sollten wir als Demokraten schleunigst regulieren und sehr stark einschränken.

      5. Das denke ich nicht. In der Vergangenheit ging das auch immer schon. Ich hoffe, wir als Menschheit, haben die schlimmstenDiktaturen hinter uns.

      6. Naja, wie für jede neue Technologie brauchen wir Regeln für den Umgang damit. Die müssen wir jetzt finden und dann konsequent umsetzen. Ironischerweise gibt es Freiheit immer nur mit Regeln und Gesetzen.

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